Gerson-Therapie

Die Gerson-Therapie ist eine von dem Arzt Max Gerson (1881-1959) ursprünglich zur Behandlung von Migräne entwickelte Therapie, die nach Angaben ihrer Befürworter ein breites Anwendungsspektrum bis hin zur Krebstherapie hat. Diese Form der Behandlung ist sehr umstritten und von der wissenschaftlichen Medizin nicht zur Behandlung schwerer Krankheiten anerkannt. Es liegen keine unabhängigen Studien vor, die eine heilende oder gesundheitsfördernde Wirkung belegen.

Allgemein

Die Gerson-Diät basiert einerseits auf der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel bei gleichzeitigem Verbot anderer Nahrungsmittel und bestimmter Zubereitungsmethoden.

Laut seiner Ernährungsempfehlung sollte die Nahrung fettfrei, salzfrei und vegetarisch sein. Nicht erlaubt sind: Avocados, Beeren, nicht selbst zubereitete Getränke, Gurken, Nüsse, Pilze, Ananas, Pfeffer, und Sojabohnen. Gerson verbietet einerseits ausdrücklich Kaffee und Tee, empfiehlt aber Einläufe mit Kaffeezusatz.

Empfohlen werden von frisch gepresste Frucht- und Gemüsesäfte. Dazu empfahl Gerson täglich 56 mg Iod (als Lugolsche Lösung), getrocknete Schilddrüsenextrakte und Vitamin B12-Gaben. Die pflanzliche Nahrung sollte aus biologischem Anbau stammen.

Seine Diät sollte die Leber in ihrer Entgiftungsfuktion unterstützen. Dazu sah er die Einläufe mit Kaffee als geeignet an.

Verbote beziehen sich zusätzlich auf Fluor in Zahncreme und Gurgelwasser, das Haarefärben (und die Dauerwelle), Dampfdruckkochtöpfe, Saftpressen, Zentrifugen oder Mixer.

Profitieren sollten Patienten mit Migräne, Tuberkulose, Krebs, Fibromyalgie, Arthritiden und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

Neben der Gerson-Diät beinhalten manche auf ihn bezogene Therapiekonzepte auch Injektionen mit Kalbsleberextrakten, die teilweise zu Komplikationen führten.

Gerson hatte viele prominente Patienten, zu diesen gehörte auch die befreundete Familie von Albert Schweitzer.

Nach dem Tode von Max Gerson gründete seine Tochter Charlotte Gerson 1978 ein Gerson institute um das Werk ihres Vaters fortzusetzen. Das Institut befindet sich in Mexico.

Migräne-Diät

Gerson litt bereits früh an Migräne und versuchte, dagegen eine wirksame Therapie zu finden. Er war der Meinung, dass die Nahrung einen Einfluss auf diese Krankheit habe und beobachtete bei Einhaltung einer bestimmten von ihm entwickelten Diät ein Verschwinden seiner Kopfschmerzen. Seine Migränediät basierte vor allem auf dem Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel.

Tuberkulose-Diät

Einer seiner Patienten berichtete ihm über das Verschwinden seiner Hauttuberkulose nach Befolgen seiner Diätempfehlung gegen die Migräne. Gerson schloss daraus auf eine Wirksamkeit seiner Diät gegen die Tuberkulose und berichtete über Therapieerfolge bei weiteren Patienten.

Der Chirurg Ferdinand Sauerbruch hörte von Gersons Behandlungserfolgen und war bereit, in seiner Münchener Klinik diese Diät an seinen Patienten auszuprobieren. Nach Bekanntwerden von Behandlungserfolgen bei Sauerbruch verbreitete sich Gersons Diät schnell über Ländergrenzen hinweg.

Gerson kümmerte sich in der Folgezeit um mehrere europäische Kliniken, die seine Diät zur Therapie der Tuberkulose anwandten. Gerson veröffentlichte dazu Artikel in verschiedenen medizinischen Fachzeitschriften.

Krebsdiät

Eine Patientin, die an Magenkrebs erkrankt war, bat ihn 1928, sie mit seiner Tuberkulose- und Migränediät zu behandeln. Nach seinen Berichten konnte er so die Krebserkrankung der Patienten erfolgreich heilen. Seine Versuche Krebs durch seine Diät zu heilen, setzte er nach seiner Emigration fort.

Kritik

An Gersons Diätempfehlungen wurde häufig Kritik geübt. So wurde ihm vorgeworfen, keine exakten statistischen Angaben über seine Behandlungen gemacht zu haben. Des Weiteren wurde der Vorwurf geäußert, er habe lediglich seine Behandlungserfolge publiziert und Misserfolge dabei nicht erwähnt.

Seiner Gerson clinic in Mexiko wurden hohe Behandlungskosten und ein rein kommerzielles Vorgehen vorgeworfen.

1947 untersuchte eine Kommission der New York County Medical Society Krankenakten von 86 seiner Patienten, untersuchte zehn von ihnen und kam zum Ergebnis, dass es keine Belege für eine Wirksamkeit der Gerson-Diät gegen Krebs gebe.

Eine wissenschaftliche Studie Ginsberg MM. Campylobacter sepsis associated with “nutritional therapy”. MMWR 30:294-295, 1981berichtet, dass zwischen 1980 und 1986 mindestens 13 Patienten, die vorher eine Gerson-Therapie bekommen hatten, in Krankenhäusern der Gegend um San Diego wegen einer Sepsis behandelt werden mussten. Die Sepsisfälle wurden auf Injektionen in die Leber zurückgeführt. Keiner der Patienten war frei von Krebs, und einer von ihnen verstarb an Krebs eine Woche nach Aufnahme. Des Weiteren waren fünf der Patienten komatös aufgrund zu niedriger Natriumwerte, die auf die Empfehlung, auf Kochsalz zu verzichten, zurückgeführt wurden. Weitere Studien zur Gerson-Therapie kamen zum Ergebnis, dass eine Behandlung bei Krebs nicht empfehlenswert ist. *http://caonline.amcancersoc.org/cgi/reprint/41/5/310*http://caonline.amcancersoc.org/cgi/reprint/43/5/309
Green S.A critique of the rationale for cancer treatment with coffee enemas and diet. JAMA 268:3224-3227,1992American Cancer Society. Unproven methods of cancer management: Gerson method. Cancer Journal for Clinicians 40:252-256, 1990

Die Anwendung der Gerson-Diät zur Behandlung von Krebs ist in den USA aufgrund eines fehlenden Wirksamkeitsnachweises nicht erlaubt.

Die Gerson-Diät ist nicht Bestandteil der modernen evidenzbasierten Medizin.

Quellenangaben

Christina Zacker

Christina Zacker (* 23. Dezember 1954 in Landshut) ist eine deutsche Journalistin und Buchautorin.

Leben

Nach dem Abitur am Katharinen-Gymnasium in Ingolstadt begann sie neben dem Studium von Soziologie, Politologie und Kommunikationswissenschaften die Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München und gehörte dort der 14. Lehrredaktion an. Es schloss sich ein Volontariat bei der Boulevardzeitung „tz“ - ebenfalls in München - an.

Nach der Ausbildung zur Redakteurin arbeitete sie ab 1978 bis 1987 beim Gong-Verlag (München) bei der Zeitschrift „die aktuelle“, danach als Ressortleiterin und Textchefin bis 1993 im Klambt-Verlag (Speyer) im Redaktionshaus in Baden-Baden bei der Zeitschrift „7 Tage“.

Seit 1993 ist Christina Zacker als freiberufliche Journalistin und Kolumnistin tätig für Zeitschriften der Verlage Bauer, Springer, Burda und Weltbild) sowie als Buchautorin, unter anderem für die Verlage Droemer-Knaur, Econ, Falken, Heyne, Ludwig, Mosaik, Midena, Südwest und Urania.

Spezialgebiete sind Ernährung und Gesundheit, Erziehung und Psychologie sowie die Beschäftigung mit überliefertem Wissen (Bauernregeln, Mond- und Hundertjährige Kalender, Astrologie). Erschienen sind - neben Titeln unter eigenem Namen - etliche Bücher unter dem Pseudonym Franziska von Au (dies war der Mädchenname ihrer Urgroßmutter), hier vor allem der „Knigge 2000“.

Nennförderleistung

Die Nennförderung gibt die Förderleistung einer Pumpe nach den gültigen DIN-Normen an.

Im Bereich der Feuerwehren in Deutschland wird die Nennförderleistung bei Feuerlöschkreiselpumpen immer bei 8bar Druck angegeben. Eine TS8 fördert bei 8bar Ausgangsdruck mindestens 800Liter Wasser pro Minute. Ein LF16 fördert mindestens 1600Liter Wasser bei 8bar Ausgangsdruck.
Die reale Förderleistung ist meist erheblich höher. Verschiedene TS8 erreichen Werte bis zu 1200Liter pro Minute bei 8bar Ausgangsdruck.

Null-Diät

Als Null-Diät (auch totales Fasten) wird eine radikale Gewichtsreduktions-Diät bezeichnet, bei der man über einen längeren Zeitraum hinweg keine feste Nahrung zu sich nimmt, sondern nur kalorienarme Flüssigkeiten und eventuell Nahrungsergänzungsmittel. Dadurch verliert der Körper sehr schnell an Muskel- und Fettgewebe, weil er nach einigen Tagen auf seine Energiereserven zurückgreifen muss.

Gesunde Menschen können den Verzicht auf Nahrung mindestens einen Monat überstehen.

Eine Null-Diät ist nicht mit Fasten gleichzusetzen, obwohl es Formen des Fastens gibt, die das gleiche Prinzip haben, nämlich den völligen Verzicht auf Nahrung. Aber die Zielsetzung ist eine andere. Während bei der Null-Diät die Gewichtsreduktion das Hauptmotiv ist, so wird beim Heilfasten eine körperliche Regeneration angestrebt; oft hat Fasten einen religiösen bzw. spirituellen Hintergrund.

Kritik

Null-Diäten werden von den meisten Ärzten und Ernährungswissenschaftlern als gesundheitlich höchst bedenklich kritisiert. Unvermeidbar sind Symptome wie Müdigkeit, körperliche Schwäche und Konzentrationsschwäche, wie bei jeder Form des Hungerns. Mögliche Risiken sind das Auftreten von Gicht und Störungen im Mineral- und Flüssigkeitshaushalt bei längerem Nahrungsverzicht.

Da der Körper bei einer Null-Diät den Stoffwechsel anpasst und auf diese künstliche Hungerphase mit vermehrter Fettspeicherung in der Folgezeit reagiert, tritt fast immer der so genannte Jojo-Effekt auf, so dass das Diätziel nicht erreicht wird.

Voltinismus

Voltinismus ist ein Begriff aus der Biologie und beschreibt die Zahl der jährlich vollendeten Generationen einer .

Man unterscheidet:

  • Univoltin mit einer Generation pro Jahr,
  • Bivoltin mit zwei Generationen pro Jahr,
  • Trivoltin mit drei Generationen pro Jahr,
  • Polivoltin mit immer aufeinanderfolgenden Generationen z. B. in Gebieten ohne Jahreszeiten, oder
  • Semivoltin: die Vollendung einer Generation beansprucht länger als ein Jahr; der benötigte Zeitraum wird nicht benannt.

Anabole Diät

Die Anabole Diät ist eine Diät für Bodybuilder, die das Ziel der maximalen Gewichtszunahme bei gleichbleibendem bzw. sinkenden Körperfettanteil hat. Ziel ist ein Muskelzuwachs ohne steigenden Körperfettanteil. Erreicht werden soll das durch entsprechendes Krafttraining.

Bei der Anabolen Diät wird strikt zwischen zwei Phasen unterschieden, welche konsequent abgewechselt werden: 5 bis 6 Tage kohlenhydratarme Ernährung und 1 bis 2 Tage Aufladephase mit Kohlenhydraten.

In der ersten Phase eliminiert man für 5-6 Tage Kohlenhydrate weitgehend aus der Ernährung (siehe Low Carb). Nach 6 Tagen folgt dann ein so genannter Aufladetag, an dem Kohlenhydrate verzehrt werden. Diese Folge wird ständig wiederholt.

Pro illa vice

Pro illa vice ist lateinisch und bedeutet „für jenen Fall“ (= seinerzeit). Als Terminus technicus in amtlichen Titulaturen der Römisch-Katholischen Kirche bezeichnet es einen Titularbischofssitz oder eine Kardinaldiakonie, welche zu einem früheren Zeitpunkt ausnahmsweise („pro hac vice“) als Titularerzbischofstitel bzw. Kardinalpriester-Titelkirche verliehen worden ist, als der damalige Inhaber (z. B. ein an der Kurie tätiger Erzbischof oder Kurienkardinal) am Leben bzw. im Amt war, und mittlerweile wieder vakant bzw. zu seinen ursprünglichen Rang als Titularbistum bzw. Kardinaldiakonie zurückgestuft wurde.

Siehe auch: Diakonie (Rom), pro hac vice

Ulrich Strunz

Ulrich Ernst Theodor Strunz (* 21. November 1943 in Görlitz) ist Internist, Triathlet, Buchautor und wurde in Presse und Medien oft als Fitnesspapst beschrieben.

Strunz vermittelt seine Fitnessphilosophie in bildlicher und einfacher Sprache. Durch seine Methoden soll man mit richtiger Bewegung, Ernährung und Denken nicht nur zu Gesundheit und Fitness, sondern auch zu Kreativität und Höchstleistung gelangen können. Dabei versteht er sich auch als Motivator zu mehr Bewegung und gesunder Ernährung.

Die dabei propagierten Methoden sind in der Fachwelt teilweise umstritten. Besonders der von Strunz propagierte Vorfußlauf ist umstritten, weil er Wadenmuskeln und Achillessehne schaden kann, besonders bei falscher Bewegung, gesteigerter Belastung oder falschem Schuhwerk.

Volumetrics-Diät

Die Volumetrics-Diät ist eine Diät, bei der eine Gewichtsabnahme durch den Verzehr von Nahrungsmitteln mit niedriger Energiedichte, die viel Flüssigkeit enthalten, erzielt weden soll. Der Begriff stammt von der amerikanischen Ernährungsforscherin Barbara Rolls.

Prinzip

Die US-Wissenschaftlerin Rolls stellte nach ihren Angaben in Labor-Versuchen fest, dass die Menge (damit das Volumen) des Essens für die Sättigung einer Person entscheidend ist und nicht der Kaloriengehalt der Speisen. Wer bevorzugt Nahrungsmittel mit geringer Kaloriendichte (Kilokalorien pro Gramm, kcal/g) verzehre, könne so die Gesamtzahl der konsumierten Kalorien senken, angeblich ohne Hungergefühle. Somit eigne sich Volumetrics, um Übergewicht zu verlieren. Auch in Deutschland wird das Prinzip „Essen mit reduzierter Energiedichte“ zur Prävention und Behandlung von Übergewicht und Diabetes angewandt. Es handelt sich dabei auch nicht um eine neue Erkenntnis.

Berechnung

Die Energiedichte von Nährstoffen, Nahrungsmitteln und Speisen ist unterschiedlich:

  • Fett hat eine Energiedichte von 9 kcal/g
  • Alkohol liegt bei 7 kcal/g
  • Eiweiß und Kohlenhydrate haben etwa 4 kcal/g

Wasser besitzt dagegen keinen Brennwert. Daher hat ein hoher Wasseranteil in Nahrungsmitteln zwangsläufig eine niedrige Energiedichte zur Folge. Meist geht das mit einem geringen Fettanteil einher. Nahrungsmittel mit hoher Energiedichte enthalten dagegen meist viel Fett und Zucker, aber wenig Wasser.

Nach Ansicht der Volumetrics-Vertreter sollte die Kaloriendichte einer ausgewogenen Ernährung im Mittel bei etwa 1,25 kcal/g liegen. Tatsächlich sind aber Werte von 1,6 kcal in England und 1,8 kcal in den USA üblich.

Ernährungspraxis

Wer sich volumetrisch ernährt, trinkt viel Wasser, Tee oder kalorienfreie Getränke. Statt Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil minderwertiger Fette (Wurst, Käse, Butter) sollen vermehrt Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch und hochwertige Pflanzenöle (Raps, Olivenöl) in die Ernährung eingebaut werden. So steigt der Anteil gesunder, frischer Nahrungsmittel, die den Körper mit reichlich Vitaminen und Ballaststoffen versorgen. Insgesamt entsprechen die Volumetrics-Empfehlungen denen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, DGE. Die DGE hat in ihren neuesten Empfehlungen ebenfalls auf die Bedeutung der Energiedichte für einen gesunden Speiseplan hingewiesen.

Quelle:„Satt und schlank mit der Volumetrics-Diät“, GU-Verlag 2005

Bewertung

Die Behauptung, dass die Füllung des Magens ausschlaggebend ist für das Sättigungsgefühl ist wissenschaftlich nicht haltbar und entspricht nicht dem aktuellen Forschungsstand. Es ist bekannt, dass der Sättigungsmechanismus von mehreren Faktoren abhängig ist, stark durch Hormone gesteuert wird und auch von der Energiezufuhr abhängt.Susanne Klaus: Regulation von Hunger und Sättigung (2005) Flüssigkeitsaufnahme allein, zum Beispiel in Form von Wasser, hat so gut wie keinen Einfluss auf das Hungergefühl, wie auch Rolls in ihren Versuchen festgestellt hat. Sie konnte in Experimenten aber belegen, dass dieselben Zutaten als Suppe sättigender wirken als in Form eines Auflaufs, was sie auf das unterschiedliche Volumen der Speisen zurückführt.Beitrag von Quarks & Co. (2004)

Das deutsche Buch zur Volumetrics-Diät enthält Empfehlungen wie die, eine Pizza zusätzlich mit Tomaten- oder Gurkenscheiben zu belegen, um den Volumenwert zu verbessern. Der zusätzliche Belag reduziert aber weder die Kalorienzahl der Pizza noch den Fettgehalt. Grundsätzlich gilt, dass eine Gewichtsabnahme dann erfolgt, wenn dem Körper weniger Energie zugeführt wird als er verbraucht, völlig unabhängig vom Volumen. Wird die gewohnte Kalorienmenge deutlich unterschritten, reagiert der Körper in jedem Fall mit Hungergefühlen, auch bei dieser Diät.Interview mit Udo Pollmer

Quellen

Trimethylaminurie

Trimethylaminurie ist eine Stoffwechselkrankheit.

Beschreibung

An Trimethylaminurie bzw. auch dem sogenannten “Fischgeruch”-Syndrom erkrankte Patienten riechen nach nicht mehr ganz frischem Fisch. Sie sondern über Körperflüssigkeiten wie Schweiß oder Urin abnormale Mengen Trimethylamin aus.

Ursache

Trimethylamin (TMA) wird normalerweise in der Leber durch Enzyme der Familie der Flavin-Monooxygenasen (FMO) oxidiert und somit zum geruchslosen Trimethylamin-N-Oxid (TMAO). Die häufigste Form dieses Leber-Enzyms liegt im FMO3-Gen in der Chromosomenregion 1q23-q25 kodiert vor und ist hoch polymorph. Man geht schließlich davon aus, dass Mutationen in diesem Gen zu einem Enzymdefizit in der Leber führen und somit diese Stoffwechselkrankheit auslöst.

Diagnose und Behandlung

Mit Hilfe der Protonen-NMR-Spektroskopie kann die Konzentration von TMAO und TMA im Urin bestimmt werden. Diagnostische Bedeutung hat auch das Verhältnis TMAO/(TMAO+TMA). Die Prävalenz wird auf etwa 1% geschätzt. Dieser Wert ist aber unsicher, da der Defekt wenig bekannt ist. Er wird häufiger bei Frauen diagnostiziert, da sie sich durch die Symptome stärker eingeschränkt fühlen als Männer.

Die Behandlung besteht in einer Diät mit dem Ziel, Vorstufen des Trimethylamins (z.B. Cholin und Carnitin) aus der Nahrung auszuschließen, und in einer kurzzeitigen Medikation von Neomycin und Metronidazol (400 mg pro Tag). Medikamente, die den Stoffwechsel der Leber beeinflussen, sollen vermieden werden.